EUR/USD-Analyse: Sicherer Hafen nicht in Sicht
Man kommt sich vor wie auf dem offenen Meer ohne Kompass. So sehr fehlt den Marktteilnehmern momentan die Richtungsvorgabe. Fed und EZB navigieren im Sturm der kaum wahrgenommenen Inflation.
Man kommt sich vor wie auf dem offenen Meer ohne Kompass. So sehr fehlt den Marktteilnehmern momentan die Richtungsvorgabe. Fed und EZB navigieren im Sturm der kaum wahrgenommenen Inflation.
Die größten Investmentbanken haben ihre Prognosen für das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal gesenkt. Die größte Korrektur nahm JPMorgan vor: Die Bank senkte ihre Prognose um 0,5 Prozent von 1,2 auf 0,7 Prozent
Der Dollar war eigentlich auf einem guten Weg, doch Yellens Rede änderte dies rapide. Die Fed-Präsidentin unterstrich die globalen Risiken in Zusammenhang mit der Zinserhöhung der Fed sowie die Tatsache, dass die Prognosen nicht in Stein gemeißelt sind.
Das übliche Szenario nach der EZB-Sitzung wäre wohl die Abstufung des wichtigsten Währungspaares. Allerdings darf man annehmen, dass die Marktteilnehmer in ihren Spekulationen die erwarteten Kommentare bereits einkalkuliert haben.
Hört man den Herren der EZB zu, so könnte der Eindruck aufkommen, es gebe keine größere Schwierigkeit in Europa als die Deflation. Ungeachtet der Flüchtlingskrise und des drohenden Brexits sinken die Preise in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien.
Das Augenmerk liegt heute eindeutig auf Janet Yellen. Sollten ihre Kommentare zur aktuellen Lage eher sanft ausfallen, wird die US-Währung sicherlich nachgeben.
Die Fed hat wahrlich keine einfache Aufgabe. Zum einen möchte man die riesige Menge an Liquidität, die durch drei QE-Programme in die Märkte gepumpt wurde, wieder durch höhere Zinssätze einsammeln.
Die aktuelle Marktlage könnte die Fed dazu verleiten, die aggressive Geldpolitik aufzugeben oder zumindest enorm abzuschwächen.
Der Wirtschaftskalender sieht eher ruhig aus. Lediglich die Daten des Einzelhandels in den USA könnten am Freitag für etwas Schwung sorgen.
Der Euro erlebte einen schwachen Start ins neue Jahr. Der ausbleibende Preisanstieg bereitet den Ökonomen weiterhin Sorgen.