Nach dem Verlaufshoch bei 1,1342 ging der EUR/USD zunächst in den Korrekturmodus. Dieser wurde durch die Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen abrupt beendet. Die moderaten Äußerungen zu zukünftigen Zinserhöhungen des FED sorgten für einen Abverkauf des USD und damit auch für eine bullishe Bewegung beim Währungspaar EUR/USD.

Marktsituation EUR/USD – 03.04.2016

Trotz des starken Abverkaufs des USD im Zuge der Rede von Janet Yellen am Dienstag hat sich die übergeordnete Situation nur minimal verändert. Der Aufwärtstrend bleibt weiterhin intakt und ein erster wichtiger Widerstandsbereich konnte überwunden werden.

Für die kommende Handelswoche ergeben sich somit zwei Optionen. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass das Währungspaar bis zum nächsten Widerstand bei 1.1490 ansteigt und dort zu einer Korrektur ansetzt. Zum anderen ist auch eine Korrektur zu Beginn der kommenden Handelswoche möglich, was in die unten aufgeführte Abfolge von Bewegung und Korrektur passen würde.

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Bereits in der letzten Woche wurde das Szenario einer weiteren bullishen Bewegung beim EUR/USD thematisiert. Demnach hatte das Devisenpaar im Zuge der vorangegangenen Korrektur ein angemessenes Niveau für die Fortsetzung des Aufwärtstrends erreicht. Die im Laufe der vergangenen Handelswoche einsetzende Impulsbewegung ist allerdings vielmehr auf die Rede von Janet Yellen vor dem Economic Club of New York am Dienstag zurückzuführen als auf charttechnische Gegebenheiten. Gleichwohl sorgte die Rede für die Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die Voraussetzungen für weiter nachhaltig steigende Notierungen beim Währungspaar sind damit, da die Fortsetzung des Aufwärtstrends wahrscheinlicher ist als das Szenario des Trendwechsels.

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Durch diese Entwicklung wird zudem klar, dass das FED gegenüber der EZB die Oberhand behält. Trotz der massiven geldpolitischen Lockerungen der EZB um Mario Draghi gelang es nicht, den Euro nachhaltig zu schwächen. Ein schwächer tendierender Euro sollte eigentlich die schwächelnde Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und damit auch ein Instrument für anziehende Verbraucherpreise im Euro-Raum sein. Dieser Plan ist endgültig nicht aufgegangen und wird die EZB weiter unter Druck setzen. Zum anderen macht diese Entwicklung deutlich, welchen Einfluss die Erwartungen der Marktteilnehmer haben. Durch die Äußerungen in der Vergangenheit hat das FED ein Umfeld geschaffen, in dem eine Schwächung des USD allein durch zurückhaltende Äußerungen möglich ist. Im Vergleich zur hiesigen EZB ist das ein sehr angenehmes Umfeld für die US-Notenbank.

Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen

Widerstände

1.1369

1.1440

1.13345

1.1460

1.1300

1.1495

1.1270

1.1533

1.1232

1.1620

1.1150

1.1712

Ausblick für das Währungspaar EUR/USD:

Am Freitag sorgten insbesondere vernünftige Arbeitsmarktdaten aus den USA für einen kurzen Rückschlag beim EUR/USD. So konnten 215.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft geschaffen werden. Gleichzeitig wurde ein Lohnwachstum von 0,3 Prozent verzeichnet. Diese Bewegung konnte aber vor Handelsschluss größtenteils egalisiert werden. Dennoch sollten kurzfristige weitere Rücksetzer nicht ausgeschlossen werden.

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So könnten das 38,2 sowie das 50,0-Retracement entsprechende Long-Einstiege bieten. Erst darunter müsste zumindest kurzfristig mit einem Test des 76,4-Retracements gerechnet werden.

Über dem Wochenhoch bei 1.1438 dürften weiter steigende Notierungen einsetzen und die Korrektur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 04. April 2016:

Am Montag sind die chinesischen Börsen aufgrund des Qingming-Festes geschlossen. Somit besteht keine Aussicht auf Störfaktoren von chinesischer Seite. Wichtige Wirtschaftsdaten sind zu Beginn der kommenden Handelswoche kaum vorhanden. Um 10:30 Uhr werden lediglich Daten zum Baugewerbe-PMI für März aus Großbritannien bekannt gegeben. Dies sollte hauptsächlich Auswirkungen auf den GBP und den Forex-Markt haben. Ein wesentlicher Einfluss auf die Aktienmärkte ist in der Regel nicht gegeben. Nach zuvor 54,2 wird für März ein Wert von 54,0 erwartet.

Dienstag, 05. April 2016:

Am Dienstag werden um 09:55 Uhr Daten zum Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex für März aus Deutschland veröffentlicht. Am 22. März ist hierzu bereits eine Prognose veröffentlicht worden. Diese lag bei einem Wert von 55,5. Hierzu steht am Dienstag die endgültige Bestätigung aus. Eine Abweichung zur vorhergehenden Prognose wird dabei nicht erwartet. Um 10:00 Uhr folgen ebenfalls Daten zum Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex für März, jedoch bezogen auf die Euro-Zone. Auch hier wird keine Abweichung zur Prognose vom 22. März erwartet, die bei 54,0 lag. Um 16:00 Uhr kommen dann erstmals wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA mit der Veröffentlichung des ISM-Dienstleistungsindex für März. Das Institut für Angebotsmanagement (ISM) verfolgt die Anzahl von Dienstleistungsaktivitäten, die im vorherigen Monat zu verzeichnen waren. Für den März wird dabei ein Wert 54,1 prognostiziert. Im Februar lag dieser Wert noch bei 53,4.

Mittwoch, 06. April 2016:

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch werden um 03:45 Uhr Daten zum Caixin Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex für China veröffentlicht. Der chinesische HSBC Dienstleistungs-PMI wird aus Fragebögen zusammengestellt, die an die Führungskräfte von über 400 Dienstleistungsunternehmen gesendet. Im Februar lag dieser Wert bei 51,2. Um 08:00 Uhr werden weiterhin Zahlen zur deutschen Industrieproduktion im Februar veröffentlicht. Die Deutsche Industrieproduktion misst die Veränderung der gesamten Produktionsmengen der deutschen Fabriken. Im Januar wurde nach einem prognostizierten Anstieg um 0,5 Prozent eine positive Überraschung erzielt. Die Industrieproduktion konnte die Prognose deutlich übersteigen und fiel im Januar um 3,3 Prozent besser aus. Für Februar wird allerdings eine Produktionskürzung von 1,8 Prozent erwartet.

Donnerstag, 07. April 2016:

Am Donnerstag stehen keine marktrelevanten Wirtschaftsdaten an.

Freitag, 08. April 2016:

Vor Börseneröffnung werden am Freitag Zahlen zur deutschen Handelsbilanz um 08:00 Uhr veröffentlicht. Der Handelsbilanz Index misst den Unterschied des Wertes zwischen exportierten und importierten Waren (Exporte minus Importe). Im Januar hat Deutschland dabei einen Exportüberschuss von 18,9 B. erzielt. Für Februar wird ein Überschuss von 18,5 B. erwartet. Um 10:30 Uhr folgen Zahlen zur Produktion des verarbeitenden Gewerbes in Großbritannien. Die Industrieproduktion misst die Veränderung in der Gesamtleistung der britischen Manufaktur Die Manufakturindustrie macht 80 Prozent der gesamten industriellen Produktion aus. Nach einem Anstieg von 0,7 Prozent im Januar wird für Februar ein Rückgang um 0,2 Prozent erwartet.

Alle Handelstermine finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.